Ja, seit 01.01.2020 haben wir die Bonpflicht. Das heißt der Verkäufer muss dem Kunden in jedem Fall eine Quittung, also einen Bon zur Verfügung stellen. Strittig ist im Moment, ob die Anzeige an der Kasse genügt oder ob in jedem Fall ein Papierbeleg erstellt werden muss. Die Klagen der Händler sind vielfältig.

Die Regelung wurde eingeführt, weil unser Staat befürchtet, dass viel Geld am Steuertopf vorbei gelenkt wird. Im Rahmen der Bonpflicht sind Kassen vorgeschrieben, die jede Änderung dokumentieren und so die Änderung von Buchungsvorgängen unmöglich machen. Die Dateien sollen vom Finanzamt abgerufen werden können, damit eine Prüfung stattfinden kann.

Seit Jahren klagen die Finanzämter über Personalmangel und berichten, dass Betriebsprüfungen aus diesem Grund nicht durchgeführt werden konnten. Jetzt scheint genügend Personal da zu sein um die Bonpflicht zu überwachen.

Ebenfalls ab 01.01.2020 wurde eingeführt, dass die Bons, die ja aus chemisch behandeltem Papier bestehen, als Sondermüll entsorgt werden müssen. Das betrifft ja auch den Kunden, der seine Bons mit nach Hause nimmt. Ich werde meine Bons sammeln und gelegentlich beim Finanzamt in den Briefkasten werfen.

Dem Handel wird pauschal unterstellt, dass er Einnahmen vorsätzlich nicht in seinen Unterlagen erfasst oder erfasste Einnahmen nachträglich storniert, also das Finanzamt bei der Abfuhr der Steuern betrügt.

Die Erfahrung zeigt, dass bei großen Steuersünden in der Vergangenheit Rücksicht genommen worden ist. So hat man bei einem Steuersünder, dem man Steuerbetrug in enormer Höhe nachweisen konnte, bei einem bestimmten Betrag aufhörte weiter zu ermitteln, weil „der Aufwand zu groß“ wäre.